Wittenberge ist für mich das Herz der Prignitz und eine Stadt im Wandel. Über 120 Jahre lang war unsere Stadt geprägt vom Singer-Nähmaschinenwerk, dem größten Nähmaschinenwerk Europas. Bis zu 6.000 Menschen arbeiteten hier und fertigten Millionen von Nähmaschinen für die ganze Welt. Nach der Wende brach diese Industrie zusammen, unsere Stadt verlor tausende Arbeitsplätze und Einwohner. Doch Wittenberge hat sich nicht aufgegeben – im Gegenteil: Unsere Stadt erfindet sich neu und wird zum Zufluchtsort für Menschen, die das Großstadtleben hinter sich lassen wollen.
Die neue Infrastruktur verändert alles. Mit der A14-Nordverlängerung, dem größten Autobahnprojekt Ostdeutschlands, bekommt Wittenberge endlich eine direkte Anbindung an die Ballungszentren Magdeburg, Berlin, Hamburg und Hannover. Die neue Elbbrücke, mit 1.100 Metern die längste Brücke des gesamten Projekts, nimmt bereits Gestalt an – im April 2025 wurde der finale Verschub der Strombrücke erfolgreich abgeschlossen. Ab Sommer 2026 soll die erste Richtungsfahrbahn in Betrieb gehen. Das bedeutet: kürzere Wege, bessere Erreichbarkeit, neue Chancen für Wirtschaft und Tourismus.
Großstädter entdecken Wittenberge. Immer mehr Menschen aus Berlin, Hamburg und den alten Bundesländern ziehen hierher nach Wittenberge. Sie suchen bezahlbaren Wohnraum, Platz zum Leben und eine lebendige Gemeinschaft. Sanierte Altbauten in guter Lage sind gefragt, neue Projekte entstehen. Unsere Stadt hat den Abwärtstrend der vergangenen Jahre gestoppt – heute leben wieder 17.000 Menschen hier, Tendenz steigend. Wittenberge ist keine Schlafstadt, sondern ein Ort, an dem man etwas bewegen kann.
Die erste Kleinstadt-Akademie Deutschlands hat seit 2024 ihren Sitz in Wittenberge. Sie ist das Sprachrohr der Kleinstädte in Deutschland und entwickelt Strategien, wie Kleinstädte auch in Zukunft lebenswert bleiben. Dass diese Akademie ausgerechnet in Wittenberge angesiedelt wurde, ist kein Zufall – unsere Stadt ist ein Vorbild für gelungene Stadtentwicklung und zeigt, wie Kleinstädte sich neu erfinden können.
2027 wird Wittenberge Gastgeber der Landesgartenschau Brandenburg (LAGA). Vom 21. April bis 24. Oktober erwarten wir hunderttausende Besucher. Die LAGA ist nicht nur ein Fest der Gartenkunst, sondern auch ein wichtiger Impuls für die Stadtentwicklung. Neue Grünanlagen entstehen, die Elbpromenade wird aufgewertet, historische Gebäude werden saniert. Wittenberge macht sich schön – für die Besucher, aber vor allem für die Menschen, die hier leben.